Gemeindekonzeption



Gemeindekonzeption

LEBENDIG
KRÄFTIG
SCHA(R)F

Stand: 15.04.2011

                                         
Inhaltsverzeichnis

1            Situationsanalyse

1.1         Einführung
1.2         Bürgerliche Gemeinde
1.3         Kirchengemeinde
1.4         Mitarbeitende der Gemeinde
1.5         Presbyterium
1.6         Kommunikationsstrukturen
1.6.1      Interne Kommunikation
1.6.2      Externe Kommunikation
1.7         Gemeindliche Arbeitsfelder
1.7.1      Angebote an Kinder und Jugendliche
1.7.1.1   Jugendtreff/Internetcafe
1.7.1.2   Kinderbibeltag
1.7.1.3   Kindertreff
1.7.1.4   Teentreff
1.7.1.5   Kirchlicher Unterricht/Trägerkreis
1.7.1.6   Krabbelgruppen
1.7.2      Angebote an die erwachsenen Gemeindeglieder
1.7.2.1   Frauenhilfe
1.7.2.2   Gemeindeausflug
1.7.2.3   Katharina lädt ein
1.7.2.4   Besuchsdienstkreis
1.7.2.5   Treffen der Sammler
1.7.2.6   Planungsgruppe
1.7.3      Gottesdienste
1.7.3.1   Andachten in der Advents- und Passionszeit
1.7.3.2   Familiengottesdienst
1.7.3.3   Kindergottesdienst
1.7.3.4   Wöchentliche Gottesdienste am Sonntag
1.7.3.5   Gottesdienst im Seniorenzentrum
1.7.3.6   Wichtelgottesdienst
1.7.3.7   Regionale Gottesdienste
1.8         Infrastrukturelle Einrichtungen
1.9         Finanzielle Situation
1.10       Oekumenische Zusammenarbeit
1.11       Regionale Zusammenarbeit

2            Zielsetzung

3            Unsere Zukunft

3.1         Grundüberlegungen
3.1.1      Die Entwicklung unseres Leitbildes
3.1.2      Was verbinden wir mit diesem Leitbild:
3.1.3      Auftrag
3.2         Pfarrstelle
3.3         Kommunikation
3.4         Kinder- und Jugendarbeit
3.5         Arbeit mit Erwachsenen
3.6         Gottesdienste
3.7         Regionale Zusammenarbeit
3.8         Mitarbeiter

4            Nachwort



 

1            Situationsanalyse

1.1         Einführung

Die Evangelische Kirche stellte sich bereits in der Vergangenheit als ein
dynamisches Gebilde dar; äußeren und inneren Einflüssen unterliegend war sie
schon immer von der Notwendigkeit zur ständigen Anpassung gekennzeichnet.

Diese Notwendigkeit wurde in den vergangen Jahren besonders deutlich:

   -  gestiegene Mitgliederzahlen (inzwischen stagnierend oder eher abnehmend)
   -  sich ändernde Bedürfnisse und Interessen sowie
   -  ein enges finanzielles und personelles Korsett

zwingen auch unsere Kirchengemeinde zu Veränderungen. Veränderungen sind oft
mit Ängsten besetzt. Veränderungen bieten aber auch die Chance, bestehende
Angebote attraktiver und effizienter zu gestalten.

Die Evangelische Kirche von Westfalen beauftragt und ermutigt die Gemeinden, sich
durch Erarbeitung einer Gemeindekonzeption diesen Veränderungsprozessen
konstruktiv zu stellen und die Veränderungen unter Beteiligung der Haupt- und
Ehrenamtlichen sowie vieler Mitglieder bewusst zu gestalten.


1.2        Bürgerliche Gemeinde

Borgentreich ist eine Stadt mit ca. 9.200 Einwohnern (Stand: Januar 2011). Sie liegt
mit ihrer Kernstadt (ca. 2.500 Einwohner; Stand: Januar 2011) und elf weiteren
Ortschaften (Borgholz, Bühne, Drankhausen, Großeneder, Körbecke, Lütgeneder,
Manrode, Muddenhagen, Natingen, Natzungen, Rösebeck – ca. 6700 Einwohner) im
südöstlichen Teil des Kreises Höxter.

Ihre Prägung erhält Borgentreich durch die Landwirtschaft. Jeweils zur Hälfte wird
diese im Haupt- oder im Nebenerwerb betrieben. Allein 78% der genutzten Fläche
der Kernstadt wird landwirtschaftlich genutzt. Daneben steht genügend Raum für die
Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben zur Verfügung. Betriebe aus
Handwerk und Gewerbe sowie aus dem Handel- und Dienstleistungssektor bieten
vor Ort ca. 280 Arbeitsplätze. Der Großteil der Einkaufsbedürfnisse des täglichen
Bedarfs kann direkt in der Kernstadt abgedeckt werden.

Die Stadt weist mehrere Neubaugebiete aus, die regen Zuspruch finden. Ein Grund
dafür wird in der vorhandenen, für eine „kleine“ Kleinstadt umfassenden und intakten
Infrastruktur liegen. Dabei sind neben Einkaufsmöglichkeiten, Sportanlagen, Freiund
Hallenbad auch Einrichtungen wie das Schulzentrum, das Seniorenzentrum oder
die Kindergärten von Bedeutung. Einschränkend wirkt sich das sehr knappe Angebot
an öffentlichen Nahverkehrsmitteln aus. Ein weiterer Grund kann in der besonderen
Förderung von bauwilligen Familien durch die Stadt Borgentreich in Form eines
einmaligen Baukindergeldes liegen. Auch wenn es sich dabei eher um einen
symbolischen Betrag handelt, gibt diese Förderung doch Einblick in die
grundsätzliche Politik der Stadt.

Darüber hinaus verfügt Borgentreich über ein aktives und umfangreiches
Gemeinschaftsleben. Von den Schützenbruderschaften bis zum Orgelförderverein,
von den verschiedenen Sportvereinen über die Freiwilligen Feuerwehren bis zu den
Musikvereinen bietet Borgentreich ein vielfältiges Vereinsleben.

Soziale Brennpunkte sind in Borgentreich derzeit nicht feststellbar.

Auch in Borgentreich macht sich die Veränderung der Altersstruktur bemerkbar. So
stehen ca. 19% der Bevölkerung bis 18 Jahre ca. 61,5 % zwischen 18 bis 65 Jahren
und ca. 19,5% über 65 Jahren gegenüber. Die Quote der verheirateten Menschen
liegt abhängig von den Ortsteilen zwischen 45 und 56 %. (Stand: Januar 2011)

Auch in Borgentreich macht sich die Abnahme der Bevölkerung und ihre
Überalterung bemerkbar. Aufgrund der demoskopischen Entwicklung wurden in den
Dörfern Schließungen und Zusammenlegungen von Kindergärten und Grundschulen
geplant bzw. vollzogen.


1.3        Kirchengemeinde

Die Evangelische Kirchengemeinde Borgentreich ist Teil der Evangelischen
Landeskirche von Westfalen.

Ihr Zuständigkeitsbereich ist nahezu deckungsgleich mit dem Stadtgebiet
Borgentreich. Lediglich der Ortsteil Großeneder ist nicht Bestandteil unserer
Kirchengemeinde.

Die Kirchengemeinde liegt an der östlichen Grenze des Kirchenkreises Paderborn.
Dieser grenzt im Süden und Osten an das Bundesland Hessen und die Landeskirche
Kurhessen-Waldeck. Zu den angrenzenden evangelischen Kirchengemeinden in
Hessen besteht kein Kontakt. Landesgrenzen sind auch ideologische Grenzen,
Religionsgrenzen und Mentalitätsgrenzen.

Die Kirchengemeinde Borgentreich liegt in einem Landesteil mit überwiegend
römisch - katholischer Bevölkerung. Neben einem Anteil von ca. 77 % römisch -
katholischer finden wir ca. 14 % evangelische Christen.

Trotz der weiten räumlichen Ausdehnung über 12 Ortsteile, verfügt die
Kirchengemeinde nur über einen Pfarrbezirk. In diesem Pfarrbezirk sind ca. 1.200
Menschen zu versorgen. Die Mitgliederzahl ist stagnierend bis abnehmend. Die
Gemeindeglieder sind sozial und altersmäßig gemischt; das verfügbare Einkommen
der Mehrheit liegt unter dem Landesdurchschnitt.

Der Zuzug deutschstämmiger Migranten aus den Republiken der ehemaligen
Sowjetunion führte in den letzten Jahren zu einem erfreulichen Wachstum der
Gemeinde. Die Integration stellt sich, bedingt durch die sprachlichen Hürden und die
unterschiedlichen religiösen und atheistischen Prägungen, als eine besondere
Herausforderung dar.

Für die Versorgung der Gemeinde sieht der Kirchenkreis Paderborn jedoch zurzeit
lediglich eine Pfarrstelle mit einem Anteil von 50 % vor.


1.4            Mitarbeitende der Gemeinde

Die Kirchengemeinde verfügt über:

   -  eine Vakanzvertretung, mit einem Planstellenanteil von zurzeit 50 %
      (die Pfarrstelle ist seit dem 01.03.2010 vakant)
  
   -  eine Gemeindesekretärin mit einem Stundenanteil von 6 Std./Woche (in der
      Vakanzzeit: 8 Std./Woche)
  
   -  eine Fachkraft im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit mit einem
      Stundenanteil von 30 Std./Wo. Die Personalkosten dieser Mitarbeiterin
      werden von der Stadt Borgentreich, dem Kreis Höxter und dem Land NRW
      getragen.
  
   -  eine Organistin, die sich in der Region geteilt wird.
  
   -  eine Reinigungskraft für das Gemeindehaus und die Kirche mit einem
      Stundenanteil von 19 Std./Woche

   -  zwei Mitarbeiter zur Pflege der Außenanlagen

   -  ca. 80 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen


1.5             Presbyterium

Das Presbyterium ist das von der Gemeinde gewählte Leitungsorgan. Vier
Presbyterinnen und zwei Presbyter zwischen 44 und 71 Jahren sind in diesem
Gremium tätig. Zwei Ämter sind vakant bis zur nächsten Wahl 2012.


1.6            Kommunikationsstrukturen

1.6.1         Interne Kommunikation

Feste Kommunikationsstrukturen sind nur in sehr begrenztem Umfang
vorhanden. Die monatlich stattfindende Presbyteriumssitzung ist die einzig
institutionalisierte Form des Informationsaustausches. Jede andere
Kommunikation findet situationsabhängig oder bedarfsorientiert statt. Der
Informationsstand der Mitarbeiter ist ausreichend – die Überschaubarkeit der
Gemeinde erübrigt starre Informationsstrukturen. Die Gruppen innerhalb der
Kirchengemeinde arbeiten und fällen Entscheidungen weitgehend selbstständig.
Die beratende und begleitende Funktion der Pfarrerin, bei der viele Fäden
zusammenlaufen, wird bei Bedarf in Anspruch genommen.

1.6.2         Externe Kommunikation

Die Information der Gemeinde findet hauptsächlich über einen vierteljährlich
erscheinenden Gemeindebrief sowie durch Aushang in einem Schaukasten am
Eingang zur Kirche statt. Dazu kommen die Ankündigungen innerhalb der
Gottesdienste und Pressemitteilungen.

Kontakte zur Presse werden durch eine Presbyterin direkt aufgenommen, da die
Presseorgane selbst nur ein sehr mäßiges Interesse an der Gemeinde zeigen.

Jährlich findet mindestens eine Gemeindeversammlung statt, bei
Bedarf öfter.

Seit 2010 hat die Kirchengemeinde Borgentreich eine eigene
Internetseite, die ehrenamtlich gepflegt wird.

Seit Anfang 2010 gibt es feste Sprechzeiten für das Gemeindebüro
und den Pfarrer/die Pfarrerin. (In der Vakanzzeit werden die
Sprechzeiten der Vakanzvertretung nach Vereinbarung
wahrgenommen.)

Seit 2008 werden Themen aus benachbarten Gemeinden im eigenen
Gemeindebrief veröffentlicht.


1.7            Gemeindliche Arbeitsfelder

Die Kirchengemeinde ist eine lebendige Gemeinde. Trotz der auf 50 % reduzierten
Pfarrstelle gibt es viele Angebote, die nur durch den hohen Einsatz von
ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen realisiert werden können.

1.7.1          Angebote an Kinder und Jugendliche

1.7.1.1       Jugendtreff/Internetcafe

Ein freies Angebot an alle Jugendlichen der Kommune unter Leitung einer
engagierten Fachkraft (Billard, Kicker, Internet, Sitzgruppe mit Teeecke, Spiele).

1.7.1.2       Kinderbibeltag

Ein in großem Umfang stattfindender oekumenischer Aktionstag für Kinder im
Grundschulalter.

1.7.1.3       Kindertreff

Ein vielfältiges, lebendiges Freizeitangebot für alle Kinder im Alter von 6-9 Jahren
(Grundschulalter) der Stadt Borgentreich unter Anleitung einer Fachkraft und
weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen.

1.7.1.4       Teentreff

Ein vielfältiges, lebendiges Freizeitangebot für alle Kinder im Alter von 10 – 12
Jahren der Stadt Borgentreich unter Anleitung einer Fachkraft und weiterer
ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen.

1.7.1.5       Kirchlicher Unterricht/Trägerkreis

Der monatlich stattfindende KU wird von der Pfarrerin und einem Team
ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen vorbereitet und durchgeführt.

2007 nahm die Kirchengemeinde erstmals am Konfi-Camp des Kirchenkreises
Paderborn teil. Seitdem nimmt jeder Konfirmandenjahrgang am Konfi-Camp teil.

1.7.1.6       Krabbelgruppen

Treffen am Vormittag von Kindern im Krabbelalter mit ihren Müttern/Vätern.

1.7.2          Angebote an die erwachsenen Gemeindeglieder

1.7.2.2       Frauenhilfe

Selbstständige Gruppe von Frauen der Gemeinde jeden Alters mit der
Zielsetzung: Frauen helfen Frauen. Die Frauenhilfe trifft sich monatlich zu
unterschiedlichen Themen.

1.7.2.2       Gemeindeausflug

Gemeinsamer Ausflug der evangelischen und der katholischen
Kirchengemeinde.

1.7.2.3       Katharina lädt ein...

Monatliches Angebot mit unterschiedlichen Themen im Katharina-von-Bora-Haus.

1.7.2.4       Besuchsdienstkreis

2007 wurde ein Besuchsdienstkreis aufgebaut. Es werden Senioren ab dem 75.
Geburtstag besucht. Der Kreis trifft sich vierteljährlich zum Erfahrungsaustausch.

1.7.2.5       Treffen der Sammler

Seit 2010 findet 1 x jährlich ein Treffen der Diakoniesammler zum
Erfahrungsaustausch und gemütlichem Beisammensein statt.

1.7.2.6       Planungsgruppe

Seit 2008 trifft sich regelmäßig alle 2 Monate ein Kreativkreis, der verschiedene
Angebote koordiniert und nach neuen Ideen sucht.

1.7.3         Gottesdienste

1.7.3.1      Andachten in der Advents- und Passionszeit

Von ehrenamtlichen Mitarbeitern durchgeführte wöchentliche Andachten in den
Abendstunden.

1.7.3.2      Familiengottesdienst

Ein zusammen mit einem Kreis ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen gestalteter
Gottesdienst unter bewusster Einbeziehung aller Altersgruppen.

1.7.3.3      Kindergottesdienst

Ein monatlicher Gottesdienst in der Kirche/ Gemeindehaus für Kinder unter
Leitung der/s Pfarrer/in und ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen.

1.7.3.4      Wöchentliche Gottesdienste am Sonntag

Der Gottesdienst am Wochenende ist Mittelpunkt und Treffpunkt vor allem der
Kerngemeinde. Er steht allen Menschen, unabhängig von Konfession und
Gemeindezugehörigkeit offen.

Unsere Gottesdienste bieten Raum zum Innehalten und Nachdenken.

Aus Einsparungsgründen sind die Gottesdienste in den umliegenden Ortschaften
eingestellt worden. Durch die schlechte Verkehrsanbindung ist es insbesondere
für Jugendliche und ältere Menschen schwierig, oft sogar unmöglich, an den
Gottesdiensten teilzunehmen.

Durch Engpässe in der regionalen Versorgung, mußte die Gottesdienstzeit von
9.30h auf 10.45h verschoben werden

1.7.3.5       Gottesdienst im Seniorenzentrum

Einmal im Monat findet im Wechsel mit der katholischen Kirchengemeinde im
Seniorenzentrum ein durch Ehrenamtliche durchgeführter Gottesdienst für
Bewohner und Gäste statt.

1.7.3.6       Wichtelgottesdienst (ruht in der Vakanzzeit)

Ca. 6-mal jährlich abwechselnd in der katholischen oder der evangelischen
Kirche stattfindender oekumenischer Gottesdienst für Kinder von 0 bis 5 Jahre.

1.7.3.7       Regionale Gottesdienste

„Gottesdienst im Grünen“ der Kirchengemeinden der Region am Himmelfahrtstag
in Nörde.

Der „Reformationstag“ wandert durch die Gemeinden der Region.

1.8            Infrastrukturelle Einrichtungen

Die Kirchengemeinde verfügt über eine kleine Kirche (Martin-Luther-Kirche), einen
ebenso kleinen Friedhof und ein schwer erkämpftes aber jetzt beispielhaftes
Gemeindehaus (Katharina-von-Bora-Haus).

Das Gemeindehaus wird den Ansprüchen unserer lebendigen Kirchengemeinde
vollends gerecht. Das Haus wird von Gruppen jeden Alters sehr gut angenommen.

1.9           Finanzielle Situation

Die finanzielle Situation der Kirchengemeinde ist sowohl durch die generell
sinkenden Mitgliederzahlen der Evangelischen Kirche in Deutschland als auch durch
die sinkende Lohnsteuer geprägt. Ebenso hatte die Anhebung der Steuerfreigrenze
einen direkten, negativen Einfluss auf die Einnahmesituation.

Der Kirchenkreis Paderborn reagierte mit der Kürzung der Mittelzuweisung um fast
30 % und einer Herabsetzung der Pfarrstelle auf 50 %.

Die Kirchengemeinde reagierte auf die Kürzung mit
  
   1.   der Streichung von Angeboten (Absetzung der Gottesdienste in den
         Ortsteilen),
  
   2.   der Reduzierung der Arbeitsstunden der Organistinnen und
         Gemeindesekretärin ( Ausnahme: Vakanzzeit),

   3.   einem erhöhten Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen sowie

   4.   der Einführung eines freiwilligen Kirchgeldes

1.10.         Oekumenische Zusammenarbeit

Angebote auf oekumenischer Ebene sind Normalität geworden. Der Weltgebetstag
der Frauen, Gemeindeausflüge, Kinderbibeltag mit oekumenischem
Familiengottesdienst, Wichtelgottesdienste, Kanzeltausch am Karfreitag und Bußund
Bettag und Einschulungsgottesdienste sind nur einige Beispiele. Die
Kooperation mit dem Pastoralverbund Borgentreich gestaltet sich problemlos.

1.11.         Regionale Zusammenarbeit

Die regionale Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden Warburg-Herlinghausen,
Scherfede-Rimbeck und Willebadessen/Peckelsheim befindet sich im Aufbau.
Bedingt durch die Stellenkürzungen in der Region wurde die Notwendigkeit dieser
Zusammenarbeit erkannt und das Bewusstsein dafür gestärkt:

   -  gemeinsamer Predigtplan

   -  Organistenaustausch

   -  einheitliche Liturgie

   -  regionale Gottesdienste: „Gottesdienst im Grünen“ am Himmelfahrtstag,
      Reformationstag, Diakoniesonntag
  
   -  Angleichung der Gottesdienstzeiten

   -  regionale Presbyteriumssitzungen
    
bilden die ersten Ergebnisse.


2                Zielsetzung

„Lebendig, kräftig, scha(r)f“

Unter dieses Motto stellt sich die Kirchengemeinde Borgentreich den
Herausforderungen.

Wir wollen zukunftsfähig, einladend und attraktiv bleiben.

Zur Erreichung dieses Zieles wird/werden:

   -  Bestehendes auf den Prüfstein gestellt und erhalten,

   -  Optimierungen und Ergänzungen formuliert,

   -  nach neuen Angeboten gesucht und

   -  zeitliche Fristen zur Zielerreichung festgesetzt.

Die Erfahrungen aus der bisherigen Arbeit sowie die Erwartungen und
Anforderungen der Gemeindeglieder müssen Berücksichtigung finden.

Ein vorgegebener Kostenrahmen muss eingehalten werden.


3                 Unsere Zukunft

3.1             Grundüberlegungen

3.1.1          Die Entwicklung unseres Leitbildes

Das Presbyterium beschloss nach zwei Klausurtagen zum Thema der Zukunft
der Kirchengemeinde im Jahr 2005 und 2006 zur Zukunft der Kirchengemeinde,
ein Logo zu entwickeln, in dem sich die Gemeinde wieder finden kann.

Ein besonderer Impuls kam von dem Motto und Logo des Deutschen
Evangelischen Kirchentages 2007 in Köln. Abgeleitet von dem Wort aus Hebr
4,12: „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes
zweischneidige Schwert …“ hieß es für den Kirchentag

„Lebendig und kräftig und schärfer“. Das dazu passende Logo war das bekannte
Fisch-Symbol, jedoch zugespitzt durch eine Haifischflosse. Die Klarheit und
Genialität von Logo und Motto beeindruckte das Presbyterium und es beschloss,
dieses Motto abgewandelt zu übernehmen: Lebendig – kräftig – scha(r)f.

Scharf - dem biblischen Auftrag verpflichtet: also klar, eindeutig,
unmissverständlich, direkt.

Schaf – mit dem „Schaf“ kann sich die Kirchengemeinde identifizieren: Auf dem
runden Altarfenster der Martin-Luther-Kirche ist das „Lamm Gottes“ zu sehen.
Das „Lamm Gottes“ ist kein dummes lebensmüdes Schaf, sondern kraftvoll und
aufrecht beugt es sich dem Willen des Vaters. Dieses Lamm Gottes ist uns
Vorbild und Leitbild. So wollen wir auch sein: inspiriert von der Kraft Jesu gehen
wir selbst bewusst vorwärts. Wir wollen Biss haben und respektiert werden,
wollen „scharfe Schafe“ sein.

3.1.2             Was verbinden wir mit diesem Leitbild:

   -  wir wollen nicht ein dummes, braves Schaf auf der Wiese sein, sondern
      wir wollen Gottes Wort dynamisch und progressiv leben.

   -  wir wollen lebendig sein. Lebendigkeit und Freude wollen wir ausstrahlen,
      andere begeistern und anstecken. Gottes Wort soll uns dazu beflügeln.

   -  wir wollen voller Kraft sein, nicht nur reden, sondern mit Engagement und
      Kreativität handeln. Wir wollen Menschen für unsere Ideen gewinnen und
      diese gemeinsam mit ihnen umsetzen.

   -  wir sind scharf. Das heißt für uns, dass wir eindeutig und klar im Reden
      und im Handeln sein wollen. Dabei sind wir der Geschichte und der
      Tradition unserer Gemeinde verbunden.

3.1.3             Auftrag

Trotz der bestehenden finanziellen und personellen Einschränkungen
wollen wir Wege finden, die gesetzten Ziele zu erreichen.

Die Kirchengemeinde Borgentreich befindet sich in einem Zustand des
Umbruchs. Unsere vordringlichste Aufgabe muss es daher sein, einen neuen
Stand zu finden, um der Gemeinde neue Perspektiven zu geben.

3.2               Pfarrstelle

   -  Aufgrund der strukturellen Neuordnung der Region streben wir eine
      pfarramtliche Verbindung mit Peckelsheim an.
                   
                                        Zielzeitpunkt: 2. Quartal 2011

   -  Nach Ausschreibung und Auswahl soll eine gemeinsame Pfarrerwahl
      mit Peckelsheim stattfinden.
 
                                        Zielzeitpunkt: 4. Quartal 2011

3.3               Kommunikation

Die externe Kommunikation ist nach unserer Einschätzung in Teilpunkten
erweiterungsfähig:

   -  neu zugezogene Gemeindeglieder sollen den aktuellen Gemeindebrief
      sowie ein generelles Informationsblatt über unsere Kirchengemeinde
      erhalten

                                        Zielzeitpunkt: 1. Quartal 2012

   -  unter der Voraussetzung einer pfarramtlichen Verbindung mit
      Willebadessen/Peckelsheim soll ein gemeinsamer Gemeindebrief erstellt
      werden

                                        Zielzeitpunkt: 4. Quartal 2012

   -  gemeinsamer regionaler Internetauftritt und Gemeindebrief

                                        Zielzeitpunkt: 1. Quartal 2013

3.4                Kinder- und Jugendarbeit

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bildet einen Schwerpunkt in unserer
gemeindlichen Arbeit – auf diesem Wege können sie in unserer Gemeinde ihren
Platz finden und positive Erfahrungen mit Kirche und Glauben machen. Hier möchten
wir uns noch stärker engagieren:

   -  Bei einer gemeinsamen pfarramtlichen Verbindung mit
      Willebadessen/Peckelsheim streben wir einen gemeinsamen
      Konfirmandenunterricht mit Willebadessen/Peckelsheim an.
   
                                        Zielzeitpunkt: 1. Quartal 2013

   -  bei entsprechender Nachfrage durch Jugendliche soll ein
      Jugendgottesdienst regelmäßig angeboten werden.

                                        Zielzeitpunkt: kein fester Zeitpunkt

3.5              Arbeit mit Erwachsenen

Der vermehrte Einsatz ehrenamtlichen Personals bedingt die aktive Ansprache von
Gemeindegliedern zur Gewinnung neuer Mitarbeiter.

                                         Zielzeitpunkt: immer

3.6              Gottesdienste

Die bestehenden Gottesdienste sollen erweitert werden durch:

   -  Einrichtung eines regelmäßigen Jugendgottesdienstes in der Region.

                                         Zielzeitpunkt: kein fester Zeitpunkt

   -  Ausbau der regionalen Gottesdienste in wechselnden Gemeinden.

                                         Zielzeitpunkt: 3. Quartal 2012

3.7              Regionale Zusammenarbeit

Zur Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit streben wir an:

   -  einen gemeinsamen Internetauftritt und Gemeindebrief in der Region
                       
                                         Zielzeitpunkt: 1.Quartal 2013

   -  halbjährliche Presbyteriumstreffen ohne Pfarrer/innen
                               
                                         Zielzeitpunkt: 1. Quartal 2012

   -  regelmäßige Jugendgottesdienste in der Region

                                         Zielzeitpunkt: kein fester Zeitpunkt

3.8               Mitarbeiter

Der Umfang der Pfarrstelle erfordert den verstärkten Einsatz freiwilliger
Mitarbeiter. Dazu beabsichtigen wir:

   -  Gewinnung und Ausbildung von Lektoren und Laienpredigern, evtl. auch
      Jugendlichen, die im Gottesdienst mithelfen können
                                     
                                           Zielzeitpunkt: immer

   -  Ausweitung der Planungsgruppe im Falle einer pfarramtlichen Verbindung
      mit Willebadessen/Peckelsheim

                                           Zielzeitpunkt: 4. Quartal 2011

4                   Nachwort

Unsere Gemeinde wird durch sich ständig ändernde Rahmenbedingungen
beeinflusst. Daher ist das Konzept auf Fortschreibung angelegt. Diese
Fortschreibung soll nach der Wahl des Pfarrers/der Pfarrerin stattfinden.

Ansprechpartner für alle diesbezüglichen Fragen und Anregungen sind die Mitglieder
des Presbyteriums und der Pfarrer/diePfarrerin nach seiner/ihrer Wahl.



                                              Borgentreich, den 15. April 2011